Die Faszien beherbergen die meisten Rezeptoren.
Rezeptoren | die körpereigenen Messstellen.
Auf dieser Seite wird einfach erklärt, welche Rolle Rezeptoren, Faszien und das Nervensystem bei Spannung, Bewegung und Körperwahrnehmung spielen können.
Der direkte „Draht“ zum Rückenmark und zum Gehirn.
Rezeptoren (Nervenendigungen) sind Teil des peripheren Nervensystems, sie nehmen Reize auf und senden diese an das zentrale Nervensystem (Gehirn, Rückenmark). Dort werden die Reize verarbeitet und beantwortet.
- Propriozeptoren senden Informationen über die Körperposition und Bewegung (z.B. Gelenkstellung) an das zentrale Nervensystem.
- Wie die Nozizeptoren befinden sie sich in den Faszien (Bindegewebe) von z.B. Muskulatur, Sehnen und Bändern, sowie in den Knochen.
Eine besondere Bedeutung für die fasziale Therapie | Osteopathie nach Bowen kommt den Nozizeptoren zu.
- Diese Art der Rezeptoren senden Informationen an den Thalamus im Gehirn, wenn dem Körper Schaden droht (z.B. bei einem Unfall).
- Dies geschieht über aufsteigende Nervenfasern mit einer Geschwindigkeit von ca. 70 – 100 Metern in der Sekunde.
- Wenn der Reiz stark genug ist, wird er an das Großhirn weitergesendet und man empfindet durch absteigende Nervenfasern an der geschädigten Körperstelle Schmerzen.
- Zum Schutz der geschädigten Körperstelle kontrahieren die umliegenden Muskeln und der Heilungsprozess beginnt.
Bleibt der Schmerz aber für längere Zeit bestehen, greift eine weitere Schutzmaßname, auch die Faszien kontrahieren und verkleben.
- Folge ist ein Defizit an Beweglichkeit des betroffenen Areals und der anliegenden Regionen.
- Durch diese Beweglichkeitseinschränkung sind zusätzlich die Blutversorgung, Lymphabfluss und die nervale Reizleitung eingeschränkt.
- Selbst wenn die ursprüngliche Verletzung ausgeheilt ist, kann es sein, dass die Faszien in der kontrahierten Stellung weiterhin verharren.
- Bei der Faszientherapie | Bowen-Therapie werden die Faszien sanft mit präzisen Griffen behandelt. Dieser sanfte Reiz wird über die Rezeptoren wieder zum Gehirn (Thalamus) gesendet und dort als schmerzfreies Signal eingestuft, wodurch sich die Verklebungen der Faszien wieder lösen können.
- Wenn sich die Faszien entspannen, können sich reflektorisch auch Blut- und Lymphfluss, sowie die nervale Reizleitung wieder regenerieren. Weniger Schmerzen und ein gesünderes Befinden sind die Folge.
tensegrity-Modell für Faszien
Statik | Faszienketten | Faszientherapie
Das Tensegrity-Modell macht verständlich, warum der Körper Belastungen nicht nur über einzelne Muskeln oder Gelenke ausgleicht. Für Stabilität und Statik ist entscheidend, wie Spannung im gesamten Gewebe verteilt wird. Wird ein Bereich dauerhaft stärker belastet, etwa durch eine Schonhaltung, alte Verletzung oder einseitige Bewegung, kann sich dieses Spannungsverhältnis verändern.
Über Faszienketten können solche Veränderungen auch Regionen beeinflussen, die nicht unmittelbar am Ausgangspunkt liegen. So kann eine Einschränkung im Becken, Fuß oder Rücken Auswirkungen auf Beweglichkeit, Haltung oder Belastbarkeit anderer Körperbereiche haben.
In der Faszientherapie ist dieses Modell deshalb hilfreich, weil es den Blick erweitert: Nicht nur die schmerzhafte Stelle ist entscheidend, sondern auch die Frage, wie der Körper Spannung organisiert und kompensiert. Ziel ist es, dem Gewebe wieder mehr Beweglichkeit, Anpassungsfähigkeit und funktionelles Gleichgewicht zu ermöglichen.
Das Faszien-Tensegrity-Modell:
Die Abbildung mit grünem Kreis zeigt den gesunden Zustand. Die Abbildung mit rotem Kreis zeigt eine myofasziale Störung.


Zum abgebildeten Modell:
Die Holzstäbe stellen unsere Knochen, die Gummibänder das myofasziale System (Muskel-Bindegewebe) dar.
Es beschreibt ein auf ausgeglichene Kraft- und Spannungsverhältnisse basierendes optimal funktionierendes Körpermodell, wie die Abbildung mit GRÜNEM Kreis zeigt.
In der Abbildung mit ROTEM Kreis wurde ein Gummiband einmal um die Kappe des Holzstabes gelegt. Im übertragenen Sinne stellt dies eine Verletzung (Läsion) im Körper dar. Diese Verletzung kann indirekt viele andere Körperregionen beeinflussen, besonders wenn sie schon längere Zeit besteht.
Im Modell haben die Knochen (Holzstäbe) keinen Kontakt zueinander. Ähnlich sollte es auch in unserem Körper ablaufen, möglichst wenig Reibung in den Gelenken um den Verschleiß der Gelenk-Knorpel und der Knochen selber niedrig zu halten. Ein gesundes Faszien-System erfüllt genau diesen Nutzen.
Im Modell nicht dargestellt sind die inneren Organe. Auch sie sind über Bindegewebe, Faszien, Bänder und Aufhängestrukturen mit dem Bewegungsapparat verbunden. Dadurch können Spannungen im Bauch- oder Brustraum ebenfalls Einfluss auf Haltung, Beweglichkeit und das allgemeine Spannungsverhältnis des Körpers nehmen. Umgekehrt können Einschränkungen der Wirbelsäule, des Beckens oder des Zwerchfells die Beweglichkeit innerer Organe beeinflussen.
Dieser Zusammenhang ist ein wichtiger Ansatzpunkt der viszeralen Behandlung. Dabei wird die Beweglichkeit der Organe und ihrer bindegewebigen Verbindungen sanft untersucht und behandelt, um die Regulation und das Zusammenspiel von Organen, Faszien und Bewegungsapparat zu unterstützen.
